Vietnam/Nixon

Zwei Plakate aus den frühen Siebziger Jahren, die sich irgendwie bis in die heutige Zeit gerettet haben, zwar verschlissen und angeschimmelt, aber immer noch erkennbar: 'Vietnam braucht jetzt Deine Hilfe' und 'Stoppt den Kriegsverbrecher Nixon'.

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Zur Ladenstraße links

Altes Hinweisschild in der Ruine des Ihmezentrums: Ladenstr./Parkhaus

Es gibt zwar schon seit zehn Jahren keine Ladenstraße mehr in der Ruine des Ihmezentrums, aber man kann ja einfach statt nach links ein bisschen in der Zeit zurückgehen. Um wohlwollende Beachtung und Betrachtung fleht hier auch die formschöne Laterne, die noch den Gestaltungswillen und den ganz besonderen Charme der Siebziger Jahre verbreitet.

Im Hintergrund ein großes Propaganda-Transparent für den Ausbau der Durchtunnelung zur Blumenauer Straße, viel sichtbarer als irgendwelche Bauarbeiten an diesem Ausbau der Durchtunnelung — dabei kann ich kaum den deftigen Uringeruch erwarten, der sich schon nach drei Monaten in diesem Tunnel breitmachen wird, weil sich hinterher niemand um diesen Unort von nationaler Bedeutung kümmern wird. Aus Liebe zum Quartier. Mit Gruß von der Bundesregierung. Danke, Angela Merkel!

Rohre im Ihmezentrum

Hässliches Foto von Rohren im Ihmezentrum

Gestern fotografiert in der Ruine des Ihmezentrums in Hannover-Linden. Von den breit in PResseerklärungen angekündigten Arbeiten zur Fassadenrenovierung, für die jetzt ja endlich das Geld da sein soll, ist nicht die Spur einer Vorbereitung zu bemerken. Nichts. Es dürfte sich also wie üblich um nichts als Lüge, Lüge und Lüge handeln, während das dumme Geld in Taschen schlauer Gangster gesteckt wird.

Am Wochenende konnte man übrigens einmal sehen, was passiert, wenn auf einer Baustelle auch gearbeitet wird. Da war die Wunstorfer Straße teilweise gesperrt, weil die Gleise der Straßenbahn erneuert werden sollten. Im Vorübergehen war ich erschrocken über den in Hannover völlig ungewohnten Anblick einer Baustelle, auf der viele Menschen wirklich etwas bauen und dazu planvoll und zielgerichtet vorgehen. Ich glaubte schon, das könne keiner mehr in Hannover, dieser lustigen Expo- und Messe-Stadt, in der der Bau eines Hochbahnsteiges zwanzig fucking Monate dauert — ein Zeitraum, in dem man zwar eine abgesperrte Baustelle, Verkehrsbehinderungen und eine vorsätzlich mörderische Verkehrsführung für Radfahrer sieht, aber dazu kaum jemals auf der Baustelle arbeitende Menschen. Kein Wunder, dass es dann so lange dauert. Ich sage dazu immer, dass sie mal wieder eine Baustelle bauen, denn diese Redeweise trifft die Wirklichkeit noch am besten. Aber die Baustelle in der Wunstorfer Straße war tatsächlich übers Wochenende erledigt. Eine Klitsche wie TransTec, dieser langjährige und bewährte Korruptionspartner der üstra, kann offenbar auch anders als am Steintor.

Aber nein, so ein zügiges Vorankommen werden wir beim Ihmezentrum nicht sehen. Nicht einmal für die Fassade, die ja *trommelwirbel-posauntröt!* Einzelhandel in die grausam graue Ruine ziehen soll — was für Läden das auch immer sein sollen, die dort an der Blumenauer Durchgangsstraße beherzt in die Insolvenz hüpfen wollen. Da wird, wenn überhaupt, dann eine Baustelle gebaut. Das ist das Prinzip Hannover. Der Bau von Baustellen. Abwärts nach tief. BER in provinzieller Ausgabe. Ich bin gespannt, wann ich das Gerüst an der Fassade sehe. Vermutlich wird Ende Oktober damit begonnen, damit das schlechte Wetter gleich am Anfang für Unterbrechungen sorgt. Kann doch keiner ahnen, dass es im November regnerisch und im Winter kalt wird. So ein Pech aber auch! Leider muss jetzt auch noch Geld nachgeschossen werden, komm, Stadt Hannover, komm, Land Niederschlagsen, komm, Eigentümergemeinschaft des Ihmezentrums… 😦

Gruß auch an die Heuschrecken von Intown und an die Eigentümergemeinschaft des Ihmezentrums, die nach massiven PR-Lügen dafür bezahlter, professioneller PR-Lügner Geld für diese Scheiße gelegt hat. Intelligenz bemerkt man übrigens auch daran, dass jemand aus Erfahrung lernen kann. Und Hoffnung ist ein noch schlechterer Ratgeber als Angst.

Codkarte

Hässlicher Automat vor einer ehemaligen Schranke in der Tiefgarage des Ihmezentrums

Nachdem mehrere Versuche ehrgeiziger hannöverscher Lokalpolitiker aus der Partei der Scheißgrünen gescheitert sind, das Ihmezentrum als Ganzes unter Denkmalschutz zu stellen, sollte man wenigstens dieses Siebziger-Jahre-Artefakt aus der Tiefgarage mitsamt des angesammelten Rosts und der Taubenscheiße unter Denkmal- bzw. Mahnmalschutz stellen. Obwohl: Es ist nicht nötig, denn auf der Baustelle, auf der niemals jemand bauarbeitet, wird der hässliche Kasten ja nicht mehr entfernt.