Rohre im Ihmezentrum

Hässliches Foto von Rohren im Ihmezentrum

Gestern fotografiert in der Ruine des Ihmezentrums in Hannover-Linden. Von den breit in PResseerklärungen angekündigten Arbeiten zur Fassadenrenovierung, für die jetzt ja endlich das Geld da sein soll, ist nicht die Spur einer Vorbereitung zu bemerken. Nichts. Es dürfte sich also wie üblich um nichts als Lüge, Lüge und Lüge handeln, während das dumme Geld in Taschen schlauer Gangster gesteckt wird.

Am Wochenende konnte man übrigens einmal sehen, was passiert, wenn auf einer Baustelle auch gearbeitet wird. Da war die Wunstorfer Straße teilweise gesperrt, weil die Gleise der Straßenbahn erneuert werden sollten. Im Vorübergehen war ich erschrocken über den in Hannover völlig ungewohnten Anblick einer Baustelle, auf der viele Menschen wirklich etwas bauen und dazu planvoll und zielgerichtet vorgehen. Ich glaubte schon, das könne keiner mehr in Hannover, dieser lustigen Expo- und Messe-Stadt, in der der Bau eines Hochbahnsteiges zwanzig fucking Monate dauert — ein Zeitraum, in dem man zwar eine abgesperrte Baustelle, Verkehrsbehinderungen und eine vorsätzlich mörderische Verkehrsführung für Radfahrer sieht, aber dazu kaum jemals auf der Baustelle arbeitende Menschen. Kein Wunder, dass es dann so lange dauert. Ich sage dazu immer, dass sie mal wieder eine Baustelle bauen, denn diese Redeweise trifft die Wirklichkeit noch am besten. Aber die Baustelle in der Wunstorfer Straße war tatsächlich übers Wochenende erledigt. Eine Klitsche wie TransTec, dieser langjährige und bewährte Korruptionspartner der üstra, kann offenbar auch anders als am Steintor.

Aber nein, so ein zügiges Vorankommen werden wir beim Ihmezentrum nicht sehen. Nicht einmal für die Fassade, die ja *trommelwirbel-posauntröt!* Einzelhandel in die grausam graue Ruine ziehen soll — was für Läden das auch immer sein sollen, die dort an der Blumenauer Durchgangsstraße beherzt in die Insolvenz hüpfen wollen. Da wird, wenn überhaupt, dann eine Baustelle gebaut. Das ist das Prinzip Hannover. Der Bau von Baustellen. Abwärts nach tief. BER in provinzieller Ausgabe. Ich bin gespannt, wann ich das Gerüst an der Fassade sehe. Vermutlich wird Ende Oktober damit begonnen, damit das schlechte Wetter gleich am Anfang für Unterbrechungen sorgt. Kann doch keiner ahnen, dass es im November regnerisch und im Winter kalt wird. So ein Pech aber auch! Leider muss jetzt auch noch Geld nachgeschossen werden, komm, Stadt Hannover, komm, Land Niederschlagsen, komm, Eigentümergemeinschaft des Ihmezentrums… 😦

Gruß auch an die Heuschrecken von Intown und an die Eigentümergemeinschaft des Ihmezentrums, die nach massiven PR-Lügen dafür bezahlter, professioneller PR-Lügner Geld für diese Scheiße gelegt hat. Intelligenz bemerkt man übrigens auch daran, dass jemand aus Erfahrung lernen kann. Und Hoffnung ist ein noch schlechterer Ratgeber als Angst.

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Codkarte

Hässlicher Automat vor einer ehemaligen Schranke in der Tiefgarage des Ihmezentrums

Nachdem mehrere Versuche ehrgeiziger hannöverscher Lokalpolitiker aus der Partei der Scheißgrünen gescheitert sind, das Ihmezentrum als Ganzes unter Denkmalschutz zu stellen, sollte man wenigstens dieses Siebziger-Jahre-Artefakt aus der Tiefgarage mitsamt des angesammelten Rosts und der Taubenscheiße unter Denkmal- bzw. Mahnmalschutz stellen. Obwohl: Es ist nicht nötig, denn auf der Baustelle, auf der niemals jemand bauarbeitet, wird der hässliche Kasten ja nicht mehr entfernt.

Achtung!

Verblichenes Verkehrsschild, das davor warnen soll, dass in beiden Richtungen Straßenbahnen fahren. Nur noch das rote Wort 'Achtung' ist erkennbar.

Ich vermute ja, dass dieses Verkehrsschild direkt am Ihmezentrum in Hannover-Linden unter Denkmalschutz steht, so dass es nicht mehr in einen erkennbaren Zustand versetzt werden darf. Schon vor zwanzig Jahren war es praktisch unkenntlich, und so langsam nuckelt die geizige hannöversche Sonne sogar das Rot aus dem Blech. Es erinnert in seinem Zerfall an die vielen Menschen, die in den ersten Jahren nach Eröffnung des Ihmezentrums von der Elisenstraße kommend die Spinnereistraße überqueren wollten, und dabei totgefahren wurden. Später wurde dann ein Fußgängerüberweg mit Ampel nachgerüstet (der bis heute besteht), und noch später eine Brücke von der Limmerstraße und vom Küchengarten zur trutzen Burg aus Beton (die inzwischen wieder abgerissen wurde), diesem Magneten für Melancholiker und Leben-hinter-sich-Habende.