Codkarte

Hässlicher Automat vor einer ehemaligen Schranke in der Tiefgarage des Ihmezentrums

Nachdem mehrere Versuche ehrgeiziger hannöverscher Lokalpolitiker aus der Partei der Scheißgrünen gescheitert sind, das Ihmezentrum als Ganzes unter Denkmalschutz zu stellen, sollte man wenigstens dieses Siebziger-Jahre-Artefakt aus der Tiefgarage mitsamt des angesammelten Rosts und der Taubenscheiße unter Denkmal- bzw. Mahnmalschutz stellen. Obwohl: Es ist nicht nötig, denn auf der Baustelle, auf der niemals jemand bauarbeitet, wird der hässliche Kasten ja nicht mehr entfernt.

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Stadionbad

Stadionbad in Hannover, Sportpark

Den „ästhetischen Begriff der Siebziger Jahre“, wie ich das gern so hämisch-verharmlosend nenne, gibt es in Hannover zum Glück nicht nur in Form des Ihmezentrums, und ich muss zugeben, dass mir das Stadionbad in seiner geschwungenen, leicht wirkenden Form sogar ein bisschen gefällt, wenn nicht gerade durch das Fenster die typischen Farben seines Zeitalters sichtbar werden. Gut, wenn sich stattdessen der Abend in den Fenstern spiegelt.

Das Foto ist leider böse verrauscht. Vielleicht sollte man Lichtbilder besser bei Licht machen…

Rotamint Exquisit Juwel

An Aufsteller gerichtete Reklame für das NSM-Geldspielgerät Rotamint Exquisit Juwel aus dem Jahr 1976

Der sehr kontrastarm über die Biertrinkenden gesetzte Text dieser doppelseitigen Reklame in einem Fachmagazin für Automatenaufsteller aus dem Jahr 1976 lautet übrigens:

Von der Aufstellerschaft geschätzt: Die technisch ausgereifte, marktbewährte und funktionssichere „exquisit juwel“ mit den hervorragenden Kassenergebnissen.

Beim Publikum beliebt: Das reizvolle Spielsystem mit den vielen Gewinnchancen, der erfolgverheißende Doppel-Lichtjackpot und die enorme Spielfreudigkeit.

„exqusit juwel“ eine ROTAMINT die sich die Gunst der Aufsteller und Spieler echt verdient hat.

Wenn Eigenlob wirklich stinken würde, wollte wohl niemand mehr etwas mit einem Werber zu tun haben.

Ach ja: Auf Youtube gibt es ein schönes Video. 😉

Rotamint Super Bingo

Werbung für das NSM-Geldspielgerät Rotamint Super Bingo aus dem Jahr 1973

Übrigens: Wer so ein NSM-Gerät mit Zeigerzählwerken aus den Siebziger Jahren zum Laufen bringen möchte, hat recht häufig Probleme mit den Zeigerzählwerken für die Münzvorlage und die Sonderspiele. Das liegt daran, dass die mechanischen Teile von einem Idioten von Servicetechniker irgendwann einmal geölt wurden und dieses Öl im Laufe der Jahrzehnte verharzt ist. Wer sie wieder zum Laufen bringen möchte, wird nicht umhin kommen, die Zählwerke auseinanderzubauen (dabei darauf achten, dass die verdammten Sprengringe nicht in die bestmöglichen Verstecke hüpfen), die mechanischen Teile gründlich mit Waschbenzin zu reinigen (dabei nicht die Flächen der Distanzringe vergessen) und sie wieder zusammenzusetzen (und viel „Spaß“ mit dem sehr fummeligen Einfädeln der kleinen Federn zu haben). Auf gar keinen Fall auf die Idee kommen, das Zahnrad zu lösen, wenn es sich vermeiden lässt! Sonst betritt man eine Fummelhölle, in der man leicht etwas kaputtmacht, wofür sich nur schwierig ein Ersatzteil auftreiben lässt. Sollte sich das Zahnrad schwer bewegen, reicht es wohl immer, etwas Waschbenzin auf die Achse zu träufeln. Dieses löst das verharzte Öl, das dann an der Seite herausläuft und einfach abgetupft werden kann. Dies so lange wiederholen, bis sich kein weiteres Öl mehr löst. Danach sollte sich das Zahnrad wieder gut bewegen lassen — und obwohl einem diese Prozedur leicht eine Stunde der beschränkten Lebenszeit kostet, hat man sich viele Stunden Ärger und Fummelei erspart.

Immerhin hat man bei solchen Arbeiten an mechanischen Teilen deutlich bessere Erfolgsaussichten als bei einem nicht funktionierenden Gerät mit Digitaltechnik. 😉