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Rotator

Geldspielgerät Rotator von Lindl&Co Gerätebau GmbH aus dem Jahr 1968

Manchmal brachten die Sechziger Jahre gar eigenartige Gestaltungsideen hervor. Bei Lindl & Co. haben sie sich gesagt: Wenn wir schon Wulff-Geräte umbauen und das Gehäuse im großen und ganzen so lassen müssen, dann sollten wir doch wenigstens bei der Scheibe sehr anders aussehen. Also machen wir dort einfach zwei Gruppen konzentrischer Kreise und färben die dabei entstehenden Flächen abwechselnd rot und blau ein. Eine weitere kecke und in dieser Form niemals wieder gesehene Designidee war es, den Namen des Geldfressers in der damals generell sehr beliebten Futura zu setzen, und in den beiden kreisrunden „O“ jeweils ein Zeigerzählwerk für die Münzvorlage (links) und eines für die Serienspiele (rechts) unterzubringen. Nach unbestätigten Gerüchten aus Kelheim, den damaligen Unternehmenssitz der Lindl & Co. Gerätebau GmbH, soll angesichts des optischen Zusammenspieles von Holzgehäuse und Scheibendesign der Blindenhund des Gestalters mehrfach undefinierbare Jaulgeräusche von sich gegeben haben, die den Eindruck erweckten, dass er sein blindes Herrchen beneidete.

Übrigens: Das Gerät ist ziemlich selten. Es war wohl nicht so ein großer Erfolg…

Rheingold

Werbung für das NSM-Geldspielgerät Rotamint Rheingold aus dem Jahr 1963

Im Jahr 1963 hat sich NSM noch einen Hauch Fünfziger Jahre erlaubt, vor allem in der Gehäuseform und in den unsäglichlichen Messingteilen, aber die Scheibengestaltung ist schon klar in den Sechziger Jahren angekommen. Das Ergebnis ist durchaus interessant anzuschauen. Die Münzen im Hintergrund der Reklame mögen an eine Zeit erinnern, in der das Geld noch Kaufkraft hatte und einigermaßen hübsch aussah.

Was man auf dem Bild nicht sehen kann, ist der mehrtönige, außerordentlich laute Gong, der von diesem NSM-Groschenfresser bei Gewinnen ab sechzig Pfennig abgespielt wurde — und oft in den lichtlosen Bierdunstkammern „Hau wech“ als so störend bei der kollektiven Sedierung empfunden wurde, dass Wirte kurzerhand den Kasten aufschlossen und das Kabel zum Gong durchknipsten. Das Geräusch der Groschen, die heiter in die Schale prasselten, war ja auch vernehmbar genug. Leider habe ich bei einer quicken Suche auf YouTube keine Aufnahme des Gongs gefunden. Bei diesem Rotamint Bingo eines niederländischen Sammlers aus dem Jahr 1964, der ursprünglich den gleichen Gong verbaut hatte, war offenbar jemand so gnädig zu den Ohren seiner Mitwelt, den Krachmacher zu deaktivieren — und in späteren Typen wurde mutmaßlich auf Wunsch der Aufsteller von NSM eine eher leise Ding-Dong-Türklingel verbaut, die den Gewinn zwar akustisch anzeigte, aber nicht mehr den Eindruck erweckte, damit auch die Toten aufwecken zu wollen.