Hier kommt Zockerman

Detail aus einer Reklame für das NSM-Geldspielgerät Rotamint Super Sieben aus dem Jahr 1968: Superman mit Super-Sieben-Aufschrift auf der Brust, darunter das NSM-Logo und 'Man gewinnt mit Rotamint'.

Wer daran spielt, lernt allerdings nicht das Fliegen, sondern wird mechanisch kastriert:

Detail aus einer anderen Reklame für das NSM-Geldspielgerät Rotamint Super Sieben aus dem Jahr 1968: Vier Männer stehen in Kneipenatmosphäre vor einer Rotamint Super Sieben und beachten die aufreizend gekleidete, gelangweilt herumsitzende Frau nicht.

Werbeanzeigen

Diamant und Rheingold

Eine an Aufsteller gerichtete Werbung für NSM-Geldspielgeräte aus dem Jahr 1963: Die große Nachfrage nach unseren ROTAMINT-Typen DIAMANT und Rheingold zeigt uns, dass die Aufstellerschaft ihren Vorteil zu wahren weiß! Die Rotamint ist das Rückgrat jeder gewinnbringenden Aufstellung -- heute, wie vor 10 Jahren!

Das Gerät im Bild ist übrigens die Rotamint Diamant — die Rotamint Rheingold sieht nicht ganz so fürchterlich nach den Fünfziger Jahren aus, wenn dort auch noch ein paar aus dem Rekordjahrzehnt der Geschmacklosigkeit übriggebliebene Messingteile am Gehäuse verbastelt wurden. Was Diamant und Rheingold aber gemeinsam hatten, war der traumatisierende mehrtönige Gewinngong bei Gewinnen ab sechzig Pfennig, der in der Nähe von Friedhöfen sicherlich den einen oder anderen Toten aufgeweckt hat.

NSM hat im Jahr 1963 übrigens häufiger Werbung für beide Gerätetypen in Fachzeitschriften für Aufsteller abdrucken lassen, um darin nur die Rotamint Diamant abzubilden. Scheinbar ging diese Kiste nicht so gut weg.

Rotamint Exquisit Juwel

An Aufsteller gerichtete Reklame für das NSM-Geldspielgerät Rotamint Exquisit Juwel aus dem Jahr 1976

Der sehr kontrastarm über die Biertrinkenden gesetzte Text dieser doppelseitigen Reklame in einem Fachmagazin für Automatenaufsteller aus dem Jahr 1976 lautet übrigens:

Von der Aufstellerschaft geschätzt: Die technisch ausgereifte, marktbewährte und funktionssichere „exquisit juwel“ mit den hervorragenden Kassenergebnissen.

Beim Publikum beliebt: Das reizvolle Spielsystem mit den vielen Gewinnchancen, der erfolgverheißende Doppel-Lichtjackpot und die enorme Spielfreudigkeit.

„exqusit juwel“ eine ROTAMINT die sich die Gunst der Aufsteller und Spieler echt verdient hat.

Wenn Eigenlob wirklich stinken würde, wollte wohl niemand mehr etwas mit einem Werber zu tun haben.

Ach ja: Auf Youtube gibt es ein schönes Video. 😉

Rotamint Super Bingo

Werbung für das NSM-Geldspielgerät Rotamint Super Bingo aus dem Jahr 1973

Übrigens: Wer so ein NSM-Gerät mit Zeigerzählwerken aus den Siebziger Jahren zum Laufen bringen möchte, hat recht häufig Probleme mit den Zeigerzählwerken für die Münzvorlage und die Sonderspiele. Das liegt daran, dass die mechanischen Teile von einem Idioten von Servicetechniker irgendwann einmal geölt wurden und dieses Öl im Laufe der Jahrzehnte verharzt ist. Wer sie wieder zum Laufen bringen möchte, wird nicht umhin kommen, die Zählwerke auseinanderzubauen (dabei darauf achten, dass die verdammten Sprengringe nicht in die bestmöglichen Verstecke hüpfen), die mechanischen Teile gründlich mit Waschbenzin zu reinigen (dabei nicht die Flächen der Distanzringe vergessen) und sie wieder zusammenzusetzen (und viel „Spaß“ mit dem sehr fummeligen Einfädeln der kleinen Federn zu haben). Auf gar keinen Fall auf die Idee kommen, das Zahnrad zu lösen, wenn es sich vermeiden lässt! Sonst betritt man eine Fummelhölle, in der man leicht etwas kaputtmacht, wofür sich nur schwierig ein Ersatzteil auftreiben lässt. Sollte sich das Zahnrad schwer bewegen, reicht es wohl immer, etwas Waschbenzin auf die Achse zu träufeln. Dieses löst das verharzte Öl, das dann an der Seite herausläuft und einfach abgetupft werden kann. Dies so lange wiederholen, bis sich kein weiteres Öl mehr löst. Danach sollte sich das Zahnrad wieder gut bewegen lassen — und obwohl einem diese Prozedur leicht eine Stunde der beschränkten Lebenszeit kostet, hat man sich viele Stunden Ärger und Fummelei erspart.

Immerhin hat man bei solchen Arbeiten an mechanischen Teilen deutlich bessere Erfolgsaussichten als bei einem nicht funktionierenden Gerät mit Digitaltechnik. 😉