Xenu

There was an intergalatic alien ruler named XENU.

Gruß an alle OT III und alle Clears und Preclears auf dem Weg dorthin! Ihr seid ganz ganz große…

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Vom sich festsetzenden Zweifel

Auch heute noch gibt es Verkündiger, die gern eine Liste der gegenwärtigen Katastrophen vorlesen und diese dann in Beziehung setzen zur Wiederkunft Christi. Und eine solche Liste kann sehr eindrucksvoll sein. Die Gemeinde geht dann nach Hause im Bewußtsein: Jetzt ist es bald soweit. Und dann vergeht ein Jahr nach dem anderen, und nichts geschieht. Dann können selbst Gläubige zu Spöttern werden! Wir gebrauchen diesen Ausdruck nicht mehr so häufig, sondern wir sprechen von Skeptikern, von solchen, die die biblische Botschaft nicht mehr so ganz ernst nehmen. Und wir müssen auch feststellen, daß viele, vor allem junge Menschen, die Gemeinde verlassen oder zumindest am Rande stehen. Das hat sicherlich viele Gründe, aber einer ist bestimmt auch der, daß in der Verkündigung zu oft an der falschen Stelle Hoffnungen geweckt worden sind. Wenn auf einer großen Konferenz sehr eindrucksvoll über die Wiederkunft Christi gepredigt worden ist, die Zeichen der Zeit als Katastrophenkatalog plastisch vorgeführt worden sind, dann ging man eben nach Hause im Gefühl: Jetzt ist es bald soweit. Und wer das mehrmals erlebt hat, kann schon in die Gefahr geraten, diese Art von Verkündigung in Zweifel zu ziehen. Wenn der Zweifel sich aber erst einmal festgesetzt hat, macht er auch vor anderen Themen nicht halt.

Und deshalb, Herr Prediger, verzichte in deiner Verkündigung besser auf irgendwelche überprüfbaren Angaben über kommendes Wirken und Geschehen, damit nicht ein haltloser Zweifel die ganze so mühsam von dir in Hirn und Psyche gepflanzte Religion wegnasche. Denn das ist schlecht für dein Geschäft. Wenn du ein politischer Prediger bist, wende diesen Ratschlag äquivalent an. Der Aufschwung mit Wohlstand für alle wird zwar irgendwann einmal kommen, aber bis dahin wird gespart und geopfert und verarmt und hemmungslos ausgebeutet. Bei dir hingegen kommt die gute Zeit ganz schnell und früh und prächtig an.

Da hat das Bild mal kurz geflackert

Sexskandale lassen Fernsehprediger von der Bildfläche verschwinden -- In letzter Zeit wurde in den Vereinigten Staaten ein Fernsehprediger nach dem anderen wegen sexuellen Fehlverhaltens bloßgestellt. Es wurde aufgedeckt, dass ein Kind des ehemaligen Predigers Pat Robertson, der US-Präsidentschaftskandidat war, vor der Ehe gezeugt worden war. Und andere Prediger, von denen Jim Bakker der prominenteste ist, wurden als Ehebrecher entlarvt.

Aber keine Sorge, Pat Robertson war schnell wieder auf der Bildfläche, und Jim Bakker hat weder seine Haftstrafe wegen Betruges geschadet, noch haben Vergewaltigungsvorwürfe seine Anhänger davon abgehalten, ihm weiterhin zu lauschen, wenn er aus dem Fernseher spricht. Beiden gemeinsam ist übrigens, dass das Ende nahe ist und dass Gott nicht besonders lieb sein wird — wobei sie auch nicht davor zurückschrecken, Katastrophen und Terroranschläge als „Strafe G’ttes“ auszulegen. Ihre oft geäußerte und publizierte Auffassung, dass Armut und Krankheit von den Armen und Kranken stets selbstverschuldet sind, steht zwar in einem gewissen Widerspruch zur Gesamtheit der Bibel, was aber der Popularität dieser Auffassung nicht den geringsten Abbruch getan hat, ganz im Gegenteil.

Paulus predigt…

Illustration aus einem älteren Wachtturm der Zeugen Jehovas: Paulus beim Predigen

Paulus hätte ja so viel zu erzählen, aus der Zeit, in der er die Christen noch gehasst hat und sich gefreut hat, wenn sie gesteinigt wurden; aus der Zeit, in der er einen epileptischen Anfall bekam, vorübergehend erblindete und vermeinte die Stimme vom Jesus zu hören; aus der Zeit, in der er sich stundenlang mit denen herumstritt, die Jesus aus Nazaret persönlich gekannt haben und deshalb wohl nicht so einfach mit der Jesusausdeutung dieses Pharisäers abzuspeisen waren; aus der Zeit, in der die früheren Jesus-Jünger in Jerusalem schließlich beschlossen hatten, Paulus doch einfach zum Missionieren ins Ausland zu senden; aus der Zeit, in der er den entlaufenen Sklaven Omnesimus (der Nützliche) mit vielen frommen Worten an seinen Besitzer zurücksendete, dieser Beschützer der Sklavenhalter und Feind der Freiheit der Sklaven; aus der Zeit, in der er gefesselt im Gefängnis saß, aus der Zeit… ach, so vieles hätte er zu erzählen gehabt, dieser Paulus. Und was macht dieser Paulus stattdessen, wenn er predigen will? Richtig, er nimmt sich eine Schriftrolle und liest daraus vor, ganz so, als sei das auf Papier Stehende wahr und das Erlebte zweifelwürdig. Und hinter Paulus, dem Begründer des Christentums, kam eine Reihe von Pfaffen, die es ihm nachtaten und feierlich verlasen, was auf Papier gestanden hat, Anbeter des Buchstabens und des Galgens für jene, die andere Texte benutzen, Erhalter des Staates und der Unterdrückung, Freunde der Massenverdummung, unpersönliche, sich aus jeder Verantwortung für ihr Tun stehlende Satansbraten, wahre Christen eben.