Emeraldia

Emeraldia

Die Präsentation von Arcade-Spielen mit Puzzle-Charakter in den Neunziger Jahren lässt sich beim besten Willen mit keinen anderen Attributen als „kindisch“, „geschmacklos“, „nervenzerreibend“ und „Augenkrebs verursachend“ beschreiben. Wer die japanische Neunziger-Jahre-Experimentierfreude mit Farben und Musik nicht kennt und noch einmal sehen möchte: Auf YouTube gibts ein Longplay. Ich wusste übrigens gar nicht, dass von diesem Spiel auch eine englischsprachige Version existiert und habe bis heute gehofft, dass es niemals Japan verlassen hat und dort schlimmstenfalls bunte Erinnerungen im trüb gewordenen Restgeist der Veteranenverlierer in den dröhnenden Pachinko– und Pachislot-Höllen zu erwecken vermag.

Oh, ich muss dieses YouTube-Tab zumachen… schon bei der Spielmusik kann man geradezu fühlen, wie man mit viel zu großem Tempo dümmer wird. Und wenn man dann gar kurz hinschaut…

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Multimedia

Früher war ja alles besser:

Bootscreen von Microsoft Windows 3.0 mit Multimedia Extensions 1.0

Kennt hier noch jemand die damals gelegentlich auftretende Fehlermeldung „Zu wenig Speicher um Windows zu beenden“? Oder erinnert sich noch jemand an die sieben Disketten für die Installation? Und an die Reihenfolge, in der diese Disketten zu wechseln waren, wenn man keine zusätzliche Hardware benutzte? Sie war übrigens 1, 2, 4, 2, 3, 4, 7, 1, 3, 4, 3, 5, 3, 5, 6, 5, 4, 5, 6. Wer einen Drucker hatte, musste noch ein bisschen häufiger wechseln. Man konnte übrigens auch für läppische 349 Deutsche Mark von Microsoft eine Microsoft-Maus passend zum Microsoft Windows kaufen (der Preis ist allerdings schon aus dem Jahr 1991, also vermutlich etwas günstiger als 1990). Und nein, das war nicht die spätere und unfassbar viel bessere „Intellimouse“, das Ding war einfach nur schlecht…

Hach, kam mir mein privat genutzter Amiga damals modern, preiswert und fortschrittlich vor! 😉

Abt.: Sackgassen der Geldspielautomatenindustrie

ADP-Geldspielgerät 'Casino' aus dem Jahr 1996

Casino ist das erste (und bislang auch das einzige) „Handy-Gerät“. Der Automat besteht aus zwei Einheiten: Zum einen aus der sogenannten Basiseinheit mit der Münzverarbeitung, zum anderen aus dem eigentlichen Spielgerät. Das eingeworfene Geld wird in der Basiseinheit auf einem Speichermodul aufgebucht. Dieser „Goldene Schlüssel“ wird dann in das Spielteil gesteckt.

Die Stromversorgung erfolgt entweder durch Akkubetrieb, Netzteil (diese Varianten gestatten es, das Gerät an einem beliebigen Ort zu spielen) oder durch ein Kabel, das die Basisstation mit dem mobilen Teil verbindet. Die Auszahlung der gespeicherten Beträge erfolgt durch die Basisstation

Da war es selbst den dümmsten Zockern noch zu offensichtlich, wie ihnen mitgespielt wird und dass der Walzenapparat keineswegs zur Ermittlung eines Spielergebnisses, sondern zur Anzeige des Ergebnisses eines Rechenvorganges dient. Einmal ganz davon abgesehen, dass sich die Offensichtlichkeit der Abzocke mit einem der öderen Spielsysteme von ADP verband — neben den Risikoleisten gibt es keine besonderen Spielelemente. Auf eine Reklame der Marke „Ab jetzt müssen sie ihr Spiel nicht mehr unterbrechen, wenn sie mal aufs Klo müssen“ haben die Werber im Brote von Paul Gauselmann verzichtet. Dass diese dümmsten Zocker allerdings geglaubt haben müssen, dass in den „großen Kisten“ etwas ganz anderes geschieht… na ja, Intelligenz benötigt man halt nicht, wenn die Hand den Weg zum Münzeinwurf findet, weil man Eintritt für sein eigenes Kopfkino bezahlt.