Lawman

An Aufsteller gerichtete Englischsprachige Werbung für den Gottlieb-Flipper 'Lawman' aus dem Jahr 1971. -- Gottlieb's 2 Player Lawman -- A truly great 2 player Pinball packed with interesting and fun features for top profits in all locations -- Appealing count-off bonus scoring after each ball played -- Double-count bonus scored after last ball -- Straight row 10 drop targets score special when all hit -- Fascinating pinball lane on right side of playboard has six rollovers that score full bonus steps when lit -- Lower right lanes guides ball directly to flipper for sharpshooting at drop targets -- Three targets open and close ball-back gate for last minute added play -- D. Gottlieb & Co., 165 W. Lake Street, Northlake Illinois 60164, Phone 312/5627400, Telex: 72-8463

Wofür ist er da, der Gesetzeshüter, der hier so vergnügt-eifrig die Trommel seines Revolvers leerschießt?

[…] for top profits in all locations

Ah ja, ich verstehe! 😀

Der Eindruck, dass Teile des Spielfeldes eventuell 1977 für Centigrade 37 (ebenfalls von Gottlieb) „wiederverwertet“ wurden, täuscht vermutlich. Es ist nur eine oberflächliche Ähnlichkeit, die vor allem durch den sechsfachen Bahnen-Apparat an der rechten Seite geprägt wird. Ansonsten sitzen die Lampen und sonstigen Spielfeldelemente völlig anders. Bei einem richtigen „Recycling“ eines… ähm… nicht ganz so erfolgreichen Spieles wäre eine viel größere Ähnlichkeit zu erwarten. Außerdem würde ich als begeisterter Flipperspieler der alten Zeiten viel eher erwarten, dass Centigrade 37 nicht so gut ankam — denn der Abstand zwischen die Flipperfingern ist dort so groß und der seitliche Kugelauslauf so unfair, dass weder lustige Backglass-Animationen noch das lustige Thermometer darüber hinwegtäuschen konnten, dass es sich um eine münzenfressende „drain machine“ handelt.

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Wide Open Slam Bang

Werbung für den Gottlieb-Flipper Jack in the Box aus dem Jahr 1973

Auch, wenn das Spielfeld auf dem Werbefoto recht harmlos und leer aussieht: Die Seitenausläufe mit den Bumpern waren tödlich, und direkte Schüsse auf die mittleren der zehn Droptargets waren „drain shots“, wie es ein Englischsprachler sagen würde. Mehr, und vor allem mehr von der wunderhübschen Siebziger-Jahre-Farbgestaltung in gelb, türkis und pink, kann man sich bei der Internet Pinball Database anschauen. 😉

Vier Jahreszeiten

Werbung für den Gottlieb-Flipper 'Four Seasons' aus dem Jahr 1969. -- FOUR SEASONS -- Trotz Hafenarbeiterstreik in New York! -- Die erste Lieferung der Four Seasons traf per Luftfracht in Deutschland ein. -- Nach den ersten Testwochen werden auch Sie feststellen: -- Gottlieb baute noch nie ein spielfreudigeres Gerät! -- Kaufen Sie qualitätsbewusst -- Besetzen Sie Ihre guten Plätze mit bewährten Fabrikaten -- Sichern Sie sich gerade heute Flipper mit hohem Werterhalt!

Hach ja, diese Reklame von 1969 hat noch eine grelle, farbenfrohe Gestaltung (sorry für den Artefaktreichtum, aber diese Farben überfordern das JPEG-Encoding); klare, schnörkellose Gestaltung und einen Textsatz in der großartigen und unvergessenen Schriftart Akzidenz Grotesk, nach der ich mich heute so oft sehne. Leider sollten bald die ekelhaften Siebziger Jahre über die deutsche Gesellschaft ablaufen die in den Farben Siebzigerorange, Siebzigergrün und Siebzigerbraun sowie im Verlust jeglichen Gefühles für Proportion eine ganze Generation in ihre spätere Abhängigkeit von extrastark dröhnenden Antidepressiva getrieben haben. Inzwischen haben sich die bevorzugten Farben ja wieder geändert, aber der Schönsinn liegt immer noch röchelnd am Boden und wird von allüberall wuchernder Hässlichkeit bedeckt. Nur eines ist gleich geblieben: Die Rechte und die Forderungen arbeitender Menschen nach menschengerechten Arbeitsbedingnungen und existenzermöglichender Entlohnung werden von allen Herrschenden und Besitzenden mit Stiefeln getreten, und koste es Luftfracht! Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch flippern gehen!