Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht spielen

1,- — 3 3 3, 3 3 1 -> -,80 — 2 2 6, 2 2 5, 2 2 2 -> -,40 — 2 2 – – – 2 -> -,20 — Spielanweisung — Einwurf DM -,10 – Höchstgewinn 1,- DM – Spieldauer 15 Sek. Die erste Scheibe kann gestartet, die 2. und 3. Scheibe zum Stillstand gebracht werden, wenn die zugeordneten Signale aufleuchten. Jugentliche unter 18 Jahren dürfen nicht spielen. (§ 7 Jugendschutzgesetz)“ />

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Gerätezulassungen

Gerätezulassungen -- Bekanntmachung über die Zulassung von Spielgeräte-Bauarten gemäß § 5 der Verordnung über das Verfahren bei der Zulassung der Bauart von Spielgeräten vom 6. Februar 1962 (BGBl.I S. 156) -- Bek. dr. BMI v. 24.2.1966 -- VI B 4 -- 641 114/2 -- im II. Halbjahr 1965 hat die Physikalisch-Technische Bundesanstalt die in der nachstehenden Aufstellung näher bezeichneten Bauarten zugelassen: -- Spielgeräte, die für eine Aufstellung in geschlossenen Räumen zugelassen sind. -- Touromat-Jolly von Panda GmbH, Köln-Mülheim, Zul-Nr. 21200001 und folgende -- Rotomat-pasch von Wulff-Apparatebau, Berlin 30, Zul-Nr. 22200001 und folgende -- Max und Morix von Bergmann & Co., Relingen, Zul.-Nr. 22500001 und folgende -- Rotamint Zwilling von Löwen-Automaten, Bergen, Zul.-Nr. 22700001 und folgende -- Addomat von Wulff-Apparatebau, Berlin 30, Zul.-Nr. 22800001 und folgende -- Variant de Luxe von G. Hiltgens, Köln-Lindenthal, Zul.-Nr. 23000001 und folgende -- Dualo Super von Wulff-Apparatebau, Berlin 30, Zul.-Nr. 23300001 und folgende

Das Bergmann-Gerät hieß natürlich in Wirklichkeit Max und Moritz…

Abbildung des Bergmann-Geldspielgerätes 'Max und Moritz' aus dem Jahr 1965 in einer damaligen Fachzeitschrift für Automatenaufsteller

…und irgend jemandem zwischen Bundesinnenministerium und Druckerei hätte das eigentlich auffallen müssen.

Interessant ist aber, wie sich die Namensgebung von Geldspielautomaten innerhalb meiner kurzen Lebenszeit verändert hat. Niemand käme heute auf die Idee, ein solches Gerät „Max und Moritz“ zu nennen.

Suuuper-Ding mit sinnlosem Hebel

An Automatenaufsteller gerichtete Werbung für das Geldspielgerät 'Super-Zocker' von Hellomat aus dem Jahr 1977: HELLO JETZT KOMMT SUPER ZOCKER: DAS SUUUPER-DING VON HELLOMAT!

Das sehr auffällige und zugegebenermaßen eigentümlich hübsche Gehäuse hat freilich mehr hergemacht als das Spielsystem, und von der Auszahlquote will ich gar nicht erst anfangen. Immerhin wurde das „langsame“ 15-Sekunden-Spiel nach damaliger BRD-Verordnung „aufregender“ gestaltet, indem es schnell in 7,5 Sekunden durchlief, und wenn dies nicht zum Gewinn führte, gab es ein zweites Spiel hinterher — bei Gewinn im ersten Spiel gab es für den allerdings Spieler 7,5 Sekunden lang die Gelegenheit, über den Sinn des Lebens oder über seine trüben Gewinnaussichten nachzudenken. Eine Idee, die sich nicht durchgesetzt hat und nicht noch einmal versucht wurde, weil sie die „gefühlte Gewinnhäufigkeit“ halbiert hat. Der Mechanismus mit dem ebenfalls sehr auffälligen Hebel hat natürlich nicht die Walzen angetrieben, dies geschah nach wie vor mittels Elektromotor, Zahnriemen und Rutschkupplungen, sondern nur beim Herunterziehen des Hebels einen Mikroschalter geschlossen, der das Spiel startete — und ist somit die vermutlich aufwändigste und körperlich am anstrengendsten zu bedienende Spielstart-Taste, die jemals bei einem Geldspielgerät für die BRD verbaut wurde. Die Frage, was die Ingenieure in Hellenthal wohl für ein Kraut geraucht haben, als ihnen diese extratolle Idee kam, beantwortet sich vielleicht ein wenig durch die Gestaltung der Reklame für dieses Gerät.

Gigant

Werbung für das Panda-Geldspielgerät 'Gigant' aus einer Fachzeitschrift für Automatenaufsteller aus dem Jahr 1969

Im Sommer des Jahres 1969 warfen allerorten die völlig geschmacklosen Siebziger Jahre ihren ekelhaften Schatten voraus. Aus klarer Typografie ist der „Gigant“-Schriftzug auf dieser Scheibe geworden, und das Gelb und Lila auf dieser Scheibe möchte sich gar nicht gern zum Holzimitat aus Kunststoff gesellen, das auf den Automaten aufgeklebt wurde. Nur noch wenige Jahre bis 1973, wo die Speerspitze des Designs für erfolgreiche und nahezu überall aufgestellter deutscher Geldspielgeräte so aussah… ja, das ist das Originalgehäuse und die Originalscheibe eines wirklich gut erhaltenen Exemplars, und nein, das wirkte damals nicht etwa besonders hässlich und brechreizerregend, sondern völlig normal. 😀

Wie ich die völlig geschmacklosen Siebziger Jahre und die völlig hirnlosen Achtziger Jahre überlebt habe, ohne mich zu erschießen, ist mir bis heute ein Rätsel.