Einfach super: Ohne sperriges Gehäuse

Auf der Straße ausgebreitetes Innenleben eines NSM-Geldspielgerätes 'Gold & Silber' aus dem Jahr 1970

Wer dem Anbieter dieses gehäuselosen Gold- und Silberstückchens von NSM aus dem Jahre 1970 die mühsame Entsorgung ersparen und dafür auch nur noch hundert Øre (plus sieben Øre Versandkosten) bezahlen möchte, bekommt beim virtuellen Garagenflohmarkt eBay diese einmalige Gelegenheit. Vielleicht findet sich das Gehäuse ja in einer anderen Auktion. Fröhliches Kaufen. 💸👍

Für professionelle Verlierer

Frontscheibe des Geldspielgerätes Multimat Profistar von Wulff aus dem Jahr 1980

Der „Multimat Profistar“ war übrigens das erste elektromechanische Geldspielgerät von Wulff mit durchgehender Frontscheibe, ohne den seit 1969 (im Treff Ultra) prägenden „Mittelsteg“ im Gehäuse, der zwischen Münzvorlage und Hauptscheibe platziert war und direkt unter dem angezeigten Geldbetrag Platz für eine Auszahltaste bot. Diese für Zocker vielleicht nicht ganz unwichtige Taste ist nun an den Rand gedrängt auf der Blende zum Einwurfschlitz für 2-DM- und 5-DM-Münzen. Wer will denn schon seine Geldgewinne auszahlen lassen? Geld einwerfen ist doch viel schöner. Von NSM lernen — die ihre Auszahltaste sogar an der Seite des Gehäuses versteckten, so dass man sie von vorne gar nicht sehen konnte — heißt siegen lernen.

Die Werber im Hause Wulff begründeten die Designänderung mit der großen Frontscheibe damit, dass so eine bessere und ansprechendere Gestaltung der Frontscheibe möglich sei. In der Tat, sie wäre möglich gewesen, ganz unbestritten. Sie wurde eben nur nicht gemacht. Stattdessen im Hintergrund auf rotbrauner Scheibe sich kreuzende orangefarbene Linien im „schönsten“ Nachhall der formlichen und farblichen Geschmacklosigkeit der Siebziger Jahre, dazu ein paar typische Grüntöne als kleine unscheinbare Tupfer, weder Multi, noch Mat, noch Profi und schon gar nicht Star, sondern einfach nur billig und hässlich und würg. Die Siebziger Jahre waren eine Zeit, in der die Augen am liebsten unentwegt gekotzt hätten. Aber sie hatten ja leider gar keine Münder, die armen Augen.

Von den Achtzigern will ich da gar nicht erst anfangen… 😦

Vergesst Disco!

An Aufsteller gerichtete Reklame für das Wulff-Geldspielgerät Risco aus dem Jahr 1982 -- RISCO -- Das klingt nicht nur beswingt

Liebe Freunde des gepflegten Designs der beginnenden Achtziger Jahre, ihr habt ja recht: Die „wunderschöne“ farbliche und grafische Gestaltung der Frontscheibe und die dazu pervers passende Form des Gehäuses geht in dieser kleinen, durch Entgilbungsversuche sehr verwaschenen und farblos gewordenen Reklame völlig unter. Deshalb hier noch ein (leider auch nicht so gutes) Foto, das den ästhetischen Begriff aus dem Jahrzehnt der völligen Enthirnung viel besser würdigt:

So sah das Gerät aus

Wieso die Reklameheinis meinen, dass ihre Reklame viel besser wirkt, wenn sie dazu eine spielende Zierfrau zeigen, die sich gar nicht für das Spiel interessiert, gehört allerdings zu den Fragen, die ich nicht beantworten kann.