Dreckiges Gitter

Detail an einer Tür im Sockelgeschoss der Ruine des Ihmezentrums in Hannover-Linden: Ein dreckiges Gitter, das vermutlich mehrere Jahrzehnte nicht gereinigt wurde

Dieses Foto eines dreckigen Gitters in der Ruine des Ihmezentrums zu Hannover-Linden ist übrigens ein Farbfoto, und wenn man ganz genau hinschaut, sieht man es auch.

Als ich gestern dort vorüberrollte, stieg ich auch vom Fahrrad ab und machte kurz ein Foto vom Hinweis auf die angebliche „Bürgerbeteiligung“ angesichts bereits fertig ausgearbeiteter Vorschläge zur „Durchtunnelung“ ohne Tunnelbauerfordernis von der Blumenauer Straße zur Ida-Arenhold-Brücke (das ist hier, und ja, man kann da schon mit dem Fahrrad durchfahren, wenn man sich gern ein bisschen gruselt). Nicht unweit von mir standen zwei PR-Heinis mit Handy und Klemmbrett für Notizen, die offensichtlich einen Film planten und die Kameraeinstellungen vor Ort abklärten und mit Fotos festhielten (nein, ich habe diese berufsmäßigen Scheißlügner dabei nicht weiter gestört und auch nicht fotografiert, denn solche Schergen sind immer ganz besonders empfindlich, auch bei geringeren Anlässen sehr polizeirufaffin und fühlen sich in ihrem Lügenhandwerk gar wie richtige Journalisten). Während ich also den Aushang mit der Lüge einer angeblichen Bürgerbeteiligung fotografierte, kam ein Passant vorbei und sprach mich direkt und lautstark an: „Sie dürfen nicht alles glauben, was ihnen hier erzählt wird!“. Ich lächelte ihn trotz seiner etwas harschen Anrede freundlich an, deutete auf die andere Seite der gegenwärtigen Durchfahrt und sagte: „Ich glaube hier gar nichts. Schauen sie dort, da hängen noch die Lügen vom neuen ‚Großen Garten von Hannover‘ von vor fünf Jahren aus, die haben sie nicht einmal für die neuen Lügen weggemacht.“. Und er sagte mir in einer bösen Mischung aus Fatalismus und Wut, dass im Text unter den Lügenbildern aus der Architektursoftware sogar von einer dritten Ebene der Tiefgarage die Rede sei, die es niemals gegeben habe und dass er seit vierzig Jahren im Ihmezentrum lebe und seit fuffzehn Jahren nur von angeblichen „Investoren“ und von ihren Schergen aus der lokalen Scheißpresse belogen wird.

Es war ein harsches und lautes Gespräch, zwar noch unter der Schwelle richtigen Stunks, aber nicht sehr weit darunter. Manchmal bin ich froh über meinen Körperbau, der mich schon vor viel grober Aggression bewahrt hat. Trotzdem verabschiedeten wir uns noch höflich voneinander. Höflichkeit ist ja niemals falsch.

Die beiden PR-Heinis, die mit der Produktion ihres PR-Filmchens beschäftigt waren, haben sogar in ihrem verlogenen Tun kurz innegehalten, um dann unbeirrt weiterzumachen. Intellektuelle Tätigkeit oder gar Scham über die eigene Beteiligung an diesem Verbrechen ist bei ihnen nicht aufgekommen. Es ist ja Kapitalismus hier. Da wird halt gemacht, was einer bezahlt. Und da wird nur gemacht, was einer bezahlt.

Auf weitere fuffzehn Jahre Lüge, Zerfall, Dreck und Verbrennung von dummen Staatsgeld, mit dem auch Zukunft und etwas Erfreuliches entstehen könnte. Und auf die Bewerbung Hannovers zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025! Die Schulen in der Stadt verschimmeln übrigens immer noch, da gab es keine Sanierungsarbeiten während der coronafreien Zeit.

Gruß auch an Lars Windhorst, dem gegenwärtigen „Investor“, der sich eifrig die Täschlein vollsteckt, während er für rd. 150 Meter „Tunnel“, den man gar nicht bauen muss, drei Millionen Øre Staatsgeld verschleudern kann. Und natürlich an die Scheißgrünen aus Hannover, die den brutalistischen Klotz zum Denkmal machen wollen. Nicht, dass die noch jemand wählt, damit sich auch mal etwas ändert in Stadt und Land!

Mit Schlürfen ausgetrunkene Herzen

The feeling of love, untouched by decline
Is now carved in my flesh and revised by the blind.

Über „Social Media“ und verwandte Verdatungs- und Überwachungsdienste verteilte Küsschen, Herzen und Liebesgrüße kommen nicht wie beabsichtet bei Empfängern und Empfängerinnen an, sondern werden auf dem Transportweg von unentwegt schlürfenden Algorithmen ausgetrunken, um den Geschmack genau auf seine Reklame- und Verkaufstauglichkeit zu untersuchen.