Der neue Große Garten in Hannover

An der Ruine des Ihmezentrums in Hannover-Linden aufgehängte Propaganda mit Visionen eines völlig begrünten Ihmezentrums.

Am besten an dieser Vision eines PR-Heinis, der mit seinen Visionen der umgestalteten Ihmezentrums-Ruine besser ganz schnell zum Notarzt gehen sollte, finde ich ja noch den Weg mitten durch das geplante größte Hundeklo in Hannover-Linden: Er nötigt Fußgängern Umwege auf, die sich Fußgänger nicht aufnötigen lassen werden, so dass schon nach kurzer Zeit ein erfreulich geradliniger Trampelpfad durch das Gras vom Wege umschlängelt werden wird. Bonus: Die zu ausgehängter Propaganda gewordene Idee strahlt so sehr in die geistige Umnachtung des Zeichners hinein, dass es im Inneren des Ihmezentrums wohl niemals mehr dunkel werden wird. Denn so etwas bei Dunkelheit Nützliches wie Laternen am Wege ist offenbar nicht vorgesehen. Das ist doch prima!

Abriss: jetzt. Alternativen: keine. Intown ist Carlyle 2.0.

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Beton: Es kommt drauf an, was man daraus macht

Hässliche Fassade in etwas ungewöhnlicher Perspektive, die die gesamte Eintönigkeit und Trostlosigkeit deutlich macht

Man kann zum Beispiel aus Beton solche Fassaden machen und sie in den öffentlichen Blickraum stellen. Bei den Menschen kommt die Botschaft solcher Architektur gar nur deutlich an. Sie wissen, ohne ganz genau hinschauen zu müssen, dass es sich um einen Ort handelt, auf den geschissen wird. Von jemanden, der auf Orte scheißt. Und auf Menschen. Und genau so fühlen sie sich dort, die Menschen mit ihrem Auge und ihrem Sinn, und genau so führen sie sich dort auf.

Stadionbad

Stadionbad in Hannover, Sportpark

Den „ästhetischen Begriff der Siebziger Jahre“, wie ich das gern so hämisch-verharmlosend nenne, gibt es in Hannover zum Glück nicht nur in Form des Ihmezentrums, und ich muss zugeben, dass mir das Stadionbad in seiner geschwungenen, leicht wirkenden Form sogar ein bisschen gefällt, wenn nicht gerade durch das Fenster die typischen Farben seines Zeitalters sichtbar werden. Gut, wenn sich stattdessen der Abend in den Fenstern spiegelt.

Das Foto ist leider böse verrauscht. Vielleicht sollte man Lichtbilder besser bei Licht machen…

Behördenhaus

Behördenhaus (früher als Bezirksregierung bekannt) am Waterlooplatz 11 in Hannover

Sie haben dem Architekten gesagt: „Mach es so, dass jeder, der darauf zugeht, sich klein und zerbrechlich fühlt, so dass er mutlos wird, so, dass er sich für einen lästigen Bittsteller vor der staatlichen Gewalt hält, der den Betrieb mächtigerer und wichtigerer Dinge nur stört mit seinen unbedeutenden Anliegen“… und der Architekt hat geliefert.

Heute ist übrigens der Todestag des früheren strammen Nazis und weniger früheren hannöverschen Stadtbaurates Rudolf Hillebrecht, der die britischen Luftbombardements von Wohngebieten unter seiner Neubezeichnung „Stadtentwicklung“ mit dem Ziel einer autofreundlichen Stadt fortsetzte. Leider ist das Grab viel zu klein, um freudig raumgreifend darauf zu tanzen, außerdem habe ich mir böse den rechten Zeh gestoßen und einen fiesen Riss im Zehennagel, so mir überhaupt nicht zum Tanzen zumute ist, aber im Geiste tanze ich bei der Vorstellung, dass diese menschenfeindliche Gestalt jetzt endlich verwest ist und wohl auch im Rahmen einer Zombieapokalypse nicht mehr wiederkommt. Ich wollte, ich könnte hoffen, dass er ewiglich unter alles mit sich reißenden Schmerzen in der eiskalten Hölle verbrennt, die er einer halben Million Menschen als Stadt bereitet hat!