Frühstück dich fitt!

Frühstück dich fit für den Tag. -- Wer den Alltagsstreß erfolgreich bestehen will, muß fit sein. Ein Fitness-Rezept heißt Wurst: und zwar morgens zum Frühstück. Denn Wurst hat alle guten Kräfte vom Fleisch: Eiweiß, wertvolle Vitamine und lebenswichtige Mineralstoffe. Wer Nerven und Kondition braucht, sollte darum mit einem kräftigen Wurst-Frühstück vorsorgen. Das hält fit und gibt Kraft für den ganzen Tag. Wenn Sie mehr über Wurst, Schwein, Rind und Lamm wissen wollen, schicken wir Ihnen gern unser Fleischlexikon. Coupon einsenden genügt. -- Essen aus Deutschland: Fleisch ist ein Stück Lebenskraft.

Mit Gruß an alle Tönnies-Mitarbeiter! Ihr müsst einfach mehr Wurst frühstücken, dann werdet ihr auch nicht krank und bleibt am Leben! 👋

(Wer es durch die Gnade seiner späten Geburt nicht mehr mitbekommen hat: Diese Reklame lief von den Sechziger Jahren bis in die Neunziger Jahre hinein in ganzseitigen Anzeigen in so ziemlich jeder Zeitung und Zeitschrift. Es war unmöglich, diese primitiv-magische „Lebenskraft“-Reklame in ihren vielen lustigen Behauptungen nicht wahrzunehmen. Sie hing auch an Litfasssäulen und Plakatständern, und sie klebte in Straßenbahnen und Bussen. Kaum wurde den Menschen gesagt, dass sie nicht mehr essen, sondern sich ernähren sollten, dass sie jetzt mit dem großen Essen nach Zahlen beginnen sollten, damit sie auch schlank, gesund und sexy seien, schon fing diese Kampagne an. Und in den Achtzigern war sie unerträglich, penetrant, wie eine chinesische Wasserfolter mit immer wieder tröpfelnden Dummheitsreizen, mit dem Ziel, dass die gepeinigten Rezipienten einfach ihr Gehirn auswerfen. Warum sollten die Fleisch-„Produzenten“ ihre Kunden auch besser als die Viecher behandeln? Denn die ganze Zeit über war Fleisch das Skandal-Lebensmittel Nummer Eins.)

Überfall im Wandschrank

Überfall im Wandschrank -- Die neue Dimension des Grauens -- Hinter Socken und Pullis lauert das Ungewisse

Der Filmversuch aus den Achtziger Jahren war wohl eher nicht so erfolgreich — wie viele vergleichbare Müllfilme aus den Achtzigern, an die heute niemand mehr denkt, wenn er mit den strahlenden Augen der Verklärung rückschaut und dabei ganz vergisst, wie unendlich dumm und geschmacklos die Populärkultur dieser Zeit war. Aber immerhin: Jeder dieser Filme war einfallsreicher und weniger schablonenhaft als die typische Story eines heutigen Disney-Films, dargeboten von einer Horde Schablonenschauspielern, die offenbar alle von der gleichen Schauspielschule kommen und ihren Beruf dort ganz ähnlich erlernt haben müssen wie der durchschnittliche Japaner die englische Sprache: Durch Auswendiglernen eines Wörterbuches von „A“ bis „Z“. Und dieses vernichtende Urteil gilt auch, wenn man im Hintergrund des zeitgenössischen Disney-Films den Imperialen Marsch hört. 🤮

Dass heute überhaupt noch jemand ins Kino geht…

Letter Quality

Titel eines Artikels aus der Zeitschrift Amiga Computing, Ausgabe Juni 1988: Joining the dots. Rupert Goodwins find nine pins good but 24 pins better

Die Abk. „LQ“ in LQ-500, der Typbezeichnung des abgebildeten Druckers, meint übrigens „Letter Quality“. Das war einer dieser Fachbegriffe der Achtziger Jahre, der bedeutete, dass man nur beim Hinschauen bemerkte, dass der Ausdruck aus dem Nadeldrucker kam. Unvergessen die charakteristische Geräuschentwicklung während des Drucks.

Ach ja, es gab damals übrigens Computerzeitschriften, die auch gekauft und gern gelesen wurden, weil man aus ihnen etwas erfuhr. Dieses Interdingens gab es zwar auch schon, es wurde aber eher selten außerhalb einer Universität gesehen. Es diente (aus Anwendersicht) vor allem für E-Mail, Usenet und FTP. Wenn man nach etwas auf den FTP-Servern suchte, gab es noch nicht einmal Archie. Und als es endlich Archie gab und es eine brauchbare Performance hatte — so ungefähr ab dem Winter 1990 — wurde es selbstverständlich über Telnet abgefragt. Mit lustigen regulären Ausdrücken, ganz ähnlich wie bei grep, aber ohne die Zeichenklassen.

Die Idioten, die sich selbst als „digital natives“ bezeichnen, weil sie weniger Deutsch können, als sie schlechtes Englisch sprechen, kennen das alles nicht mehr. Da kann man ja auch nirgends klicken. Da gibts ja gar keine bunten Bilder. Und das hirnt.