Der Schatz des Pharao

Werbung für das Hellomat-Geldspielgerät 'Pharao' aus dem Jahr 1976 -- Hello, hier ist der Schatz des Pharao -- Der neue Spielautomat von Hellomat, für den Spielfans auf die Pyramiden gehen

In den Siebziger Jahren ein seltener Anblick. Leider, denn der Automat sah sehr viel geschmackvoller (so weit man das über derartige Geräte überhaupt sagen kann) aus als diese Reklame. Aber das hübscheste Design nützt nicht viel, wenn Spieler bemerken, dass es sich um eine eher geizige Kiste handelt… und auch die kecke Idee mit den Pyramiden, die über die dritte Walze gefüllt werden können und eine Serie von drei Spielen geben, wenn eine der Pyramiden voll ist, hat es nicht rausgerissen. Auf der dritten Walze sind neun Ziffern, ein ägyptisiernd gestaltetes Symbol, das eine eventuelle Seriengewinnkombination aufwertet und zwei Kamele. Wenn eines der Kamele erscheint, werden die Pyramiden gelöscht. Und je voller die Pyramiden waren, desto weniger von den Ziffern haben neue Felder erleuchtet. Es war durchaus möglich, zwanzig Deutsche Mark — das war eine schöne grüne Banknote, auf deren Rückseite eine Violine und eine Klarinette an die Lieblichkeit der Musik erinnern wollten, während auf der Vorderseite eine Frau ein Gesicht zog, das sich am trefflichsten durch eine Magenverstimmung erklären ließ — in eine dieser Kisten zu stecken, ohne auch nur in die Nähe einer solchen 3er-Serie über die Pyramiden zu kommen. Und weil die Kiste recht „geizig“ war, gab es eben auch sonst nicht viel.

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Rotamint Exquisit Juwel

An Aufsteller gerichtete Reklame für das NSM-Geldspielgerät Rotamint Exquisit Juwel aus dem Jahr 1976

Der sehr kontrastarm über die Biertrinkenden gesetzte Text dieser doppelseitigen Reklame in einem Fachmagazin für Automatenaufsteller aus dem Jahr 1976 lautet übrigens:

Von der Aufstellerschaft geschätzt: Die technisch ausgereifte, marktbewährte und funktionssichere „exquisit juwel“ mit den hervorragenden Kassenergebnissen.

Beim Publikum beliebt: Das reizvolle Spielsystem mit den vielen Gewinnchancen, der erfolgverheißende Doppel-Lichtjackpot und die enorme Spielfreudigkeit.

„exqusit juwel“ eine ROTAMINT die sich die Gunst der Aufsteller und Spieler echt verdient hat.

Wenn Eigenlob wirklich stinken würde, wollte wohl niemand mehr etwas mit einem Werber zu tun haben.

Ach ja: Auf Youtube gibt es ein schönes Video. 😉

Nur noch zwölf Jahre…

An Automatenaufsteller gerichtete Werbung für das Hellomat-Geldspielgerät 2030 SL, Baujahr 1975, aus dem Jahr 1976 -- Die 3-Jahres-Renner mit 4 Walzen -- Das erfolgreiche 4-Walzengerät als 30 Pfg. Spielgerät -- Hellomat Automaten

Damals, 1976, sah die Zukunft auch noch viel besser aus als heute, und vor allem hatte sie mehr Weltraum. Zumindest bei den damals jüngeren Menschen, denn für Aufstellplätze mit eher jungem Publikum wurde die Hellomat 2030 SL entworfen, so dass die Scheibengestaltung futuristisch anmutet. Im gleichen Jahr brachte Hellomat natürlich auch ein Gerät für den damals sehr wichtigen Aufstellplatz „lichtlose Bierkammer für den kollektiven dumpfen Rausch rund um den großen Stammtischaschenbecher“ heraus, dessen Spielsystem ein bisschen weniger kompliziert war und dessen Zielgruppe deutlich weniger gefühlte Zukunft vor sich hatte — es gab dort keine langsam steigenden Lichtleitern zum Erzielen einer 5er-Serie, sondern leicht und häufig erspielbare zehn Freispiele — und dessen recht rustikales Design so aussah:

An Automatenaufsteller gerichtete Werbung für das Hellomat-Geldspielgerät Wiking Eins, Baujahr 1975, aus dem Jahr 1976 -- Hellomat -- 3-Jahres-Renner mit 4 Walzen -- Hellomat Automaten

Übrigens waren beide Geräte nicht sonderlich erfolgreich. Zu den möglichen Gründen für diese Erfolglosigkeit habe ich an völlig anderer Stelle einen ausführlichen Text geschrieben. Meine dortigen Anmerkungen über das Spielsystem des Viking Eins gelten auch für die Hellomat 2030 SL. Aber immerhin haben sich die Designer der Scheiben noch ein paar Gedanken gemacht — diese gedankliche Tätigkeit beim Entwurf von Geldspielgeräten hörte im Verlaufe der Achtziger Jahre immer mehr auf… 😦