Am Ende des Geldes abknallen, die Kiste!

Werbung für den Hellomat-Geldspielautomaten 'Freischütz' aus dem Jahr 1975 in einem Fachmagazin für Automatenaufsteller -- Der Automat wird zusammen mit einem Horn und einem Gewehr gezeigt -- Text: mehr Freizeit mit Freischütz -- 4 Walzen: mehr Spannung, Gewinnerhöhung durch 4. Walze auf 2,- DM -- 80 Serienspiele können auf Anhieb in jedem Spiel gewonnen werden -- 2 Lichtjackpots mit schneller Aufstockung sichern echtes Nervenkitzeln -- einfachste Technik, das Ergebnis konsequenter Logik -- Sämtliche größeren Baugruppen sind Steckverbindungen -- 3 Jahre Tauschgarantie auf alle Steckplatinen -- Hellomat Automaten, 5374 Hellenthal/Eifel, Aachener Straße 14-16

Wie sehr das Hellomat-typische Element der „mehr Spannung durch vierte Walze“ beim Spieler angekommen ist, zeigt sich unter anderem daran, dass diese Geräte weder besonders erfolgreich waren noch dass andere Hersteller Teile des Spielsystemes für ihre eigenen Geräte kopiert hätten. Lediglich Bergmann hatte in den Siebziger Jahren eine ähnliche Idee und verbaute eine zusätzliche Walze in seine elektromechanischen Drei-Scheiben-Automaten, die hohe Direktserien aus dem Spiel heraus gewinnbar machen, Jackpotleitern schneller steigen lassen und enorme Serienverlängerungen gewähren konnte. Bei Bergmann war diese zusätzliche Walze allerdings optisch klar vom eigentlichen Spielgeschehen auf den drei Walzen getrennt und wurde nicht als ein zusätzliches „Spannungselement“ angepriesen, und das gesamte Spielsystem war ungleich ausgewogener und besser. Tatsächlich schauten Spieler oft gar nicht auf diese Walze. Ich werde wohl niemals den Tag vergessen, an dem ich in einen Joker Bonus etwas Wechselgeld steckte, zu meiner Überraschung die drei Könige einliefen und ich mich über meine Zehner-Serie freute, von der ich mir rd. 15 DM Gewinn erwartete… um erst einige Sekunden später zu bemerken, dass auf der kleinen Walze ja noch ein weiterer König eingelaufen war und ich in Wirklichkeit die Hunderter-Serie hatte. Diese brachte mir beinahe 140 DM Gewinn ein. Das war auch zum Ende der Siebziger Jahre noch ziemlich viel Geld, und ich störte mich gar nicht daran, dass wegen des geringen Füllstandes in der 5-DM-Röhre ein erheblicher Anteil in 2-DM-Münzen ausgezahlt wurde, die schwer in meiner Hosentasche lagen. 😉

Aber Hellomat? Elektromechanische Bergmann-Kisten sah man schon selten. Hellomat hatte überhaupt kein Händchen für ausgewogene Spielsysteme, die der Spieler interessant findet. Ganz im Gegenteil: Das Design war immer einzigartig und die Dinger sahen interessant aus, fühlten sich beim Bespielen aber sehr „geizig“ und langweilig an. Kein Wunder, dass diese Geldfresser so selten aufgestellt wurden.

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Lucky Bell

In einer Fachzeitschrift für Automatenaufsteller gedruckte Werbung für das Geldspielgerät Lucky Bell von Bell-Fruit aus dem Jahr 1975.

Ich glaube ja, dass diese zwar mit ihrer Hand nach weiteren Münzen suchend in die Auszahlschale für Groschen und Markstücke greifende, jedoch am eigentlichen Spielgeschehen eher desinteressierte, in der Mode ihrer Zeit gekleidete Zierfrau aus einer Reklame des Jahres 1975 viel mehr von dem recht selten aufgestellten Spielautomaten „Lucky Bell“ gehabt hätte, wenn sie auch einmal hingeschaut hätte — immerhin sind 31,90 DM in der Münzvorlage¹, was damals eine Menge Geld war. Sehr schön ist in diesem tollen Reklamefoto auch der ästhetische Begriff der Siebzigerjahre dokumentiert, der sich unübersehbar und heftig im Auge juckend in der Gestaltung und Farbwahl des Geldspielgerätes Ausdruck verschaffte.

¹So nannte man damals die Anzeige des Guthabens. Es gab noch nicht für alles ein denglisches Wort.