Baustelle

Ein von der Zeit mitgenommener, angerosteter und sehr verdreckter Bauzaun mit einem Schild: Unbefugten Betreten der Baustelle verboten! Eltern haften für ihre Kinder

Es ist ein zwar kaputtes und angerostetes, aber immer noch gitterndes Baustellengitter, und an diesem Gitter steht auch ernsteschwarz auf gebieterisch gelbem Schilde, dass Unbefugten das Betreten der Baustelle verboten ist. Seit fast anderthalb Jahrzehnten, in denen hier nichts anderes gebaut wurde als eine Baustelle. Vermutlich waren die Bauarbeiter einfach nicht zum Betreten befugt.

Das Ihmezentrum in Hannover-Linden ist voll von solchen Artefakten des Betruges. Steuerzahler haften für ihre Politiker mit ihrem Geld, und Wohnungseigentümer haften für den Betrug irgendwelcher Heuschrecken wie Carlyle, Intown oder Lars Windhorst mit ihrem Leben in einer Ruine.

Dreckiges Gitter

Detail an einer Tür im Sockelgeschoss der Ruine des Ihmezentrums in Hannover-Linden: Ein dreckiges Gitter, das vermutlich mehrere Jahrzehnte nicht gereinigt wurde

Dieses Foto eines dreckigen Gitters in der Ruine des Ihmezentrums zu Hannover-Linden ist übrigens ein Farbfoto, und wenn man ganz genau hinschaut, sieht man es auch.

Als ich gestern dort vorüberrollte, stieg ich auch vom Fahrrad ab und machte kurz ein Foto vom Hinweis auf die angebliche „Bürgerbeteiligung“ angesichts bereits fertig ausgearbeiteter Vorschläge zur „Durchtunnelung“ ohne Tunnelbauerfordernis von der Blumenauer Straße zur Ida-Arenhold-Brücke (das ist hier, und ja, man kann da schon mit dem Fahrrad durchfahren, wenn man sich gern ein bisschen gruselt). Nicht unweit von mir standen zwei PR-Heinis mit Handy und Klemmbrett für Notizen, die offensichtlich einen Film planten und die Kameraeinstellungen vor Ort abklärten und mit Fotos festhielten (nein, ich habe diese berufsmäßigen Scheißlügner dabei nicht weiter gestört und auch nicht fotografiert, denn solche Schergen sind immer ganz besonders empfindlich, auch bei geringeren Anlässen sehr polizeirufaffin und fühlen sich in ihrem Lügenhandwerk gar wie richtige Journalisten). Während ich also den Aushang mit der Lüge einer angeblichen Bürgerbeteiligung fotografierte, kam ein Passant vorbei und sprach mich direkt und lautstark an: „Sie dürfen nicht alles glauben, was ihnen hier erzählt wird!“. Ich lächelte ihn trotz seiner etwas harschen Anrede freundlich an, deutete auf die andere Seite der gegenwärtigen Durchfahrt und sagte: „Ich glaube hier gar nichts. Schauen sie dort, da hängen noch die Lügen vom neuen ‚Großen Garten von Hannover‘ von vor fünf Jahren aus, die haben sie nicht einmal für die neuen Lügen weggemacht.“. Und er sagte mir in einer bösen Mischung aus Fatalismus und Wut, dass im Text unter den Lügenbildern aus der Architektursoftware sogar von einer dritten Ebene der Tiefgarage die Rede sei, die es niemals gegeben habe und dass er seit vierzig Jahren im Ihmezentrum lebe und seit fuffzehn Jahren nur von angeblichen „Investoren“ und von ihren Schergen aus der lokalen Scheißpresse belogen wird.

Es war ein harsches und lautes Gespräch, zwar noch unter der Schwelle richtigen Stunks, aber nicht sehr weit darunter. Manchmal bin ich froh über meinen Körperbau, der mich schon vor viel grober Aggression bewahrt hat. Trotzdem verabschiedeten wir uns noch höflich voneinander. Höflichkeit ist ja niemals falsch.

Die beiden PR-Heinis, die mit der Produktion ihres PR-Filmchens beschäftigt waren, haben sogar in ihrem verlogenen Tun kurz innegehalten, um dann unbeirrt weiterzumachen. Intellektuelle Tätigkeit oder gar Scham über die eigene Beteiligung an diesem Verbrechen ist bei ihnen nicht aufgekommen. Es ist ja Kapitalismus hier. Da wird halt gemacht, was einer bezahlt. Und da wird nur gemacht, was einer bezahlt.

Auf weitere fuffzehn Jahre Lüge, Zerfall, Dreck und Verbrennung von dummen Staatsgeld, mit dem auch Zukunft und etwas Erfreuliches entstehen könnte. Und auf die Bewerbung Hannovers zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025! Die Schulen in der Stadt verschimmeln übrigens immer noch, da gab es keine Sanierungsarbeiten während der coronafreien Zeit.

Gruß auch an Lars Windhorst, dem gegenwärtigen „Investor“, der sich eifrig die Täschlein vollsteckt, während er für rd. 150 Meter „Tunnel“, den man gar nicht bauen muss, drei Millionen Øre Staatsgeld verschleudern kann. Und natürlich an die Scheißgrünen aus Hannover, die den brutalistischen Klotz zum Denkmal machen wollen. Nicht, dass die noch jemand wählt, damit sich auch mal etwas ändert in Stadt und Land!

Helden der Straße

Foto eines besonders asozialen Falschparkers, der vollblockierend auf einem Fußweg parkt. Dazu der Text: Helden der Straße! Ich hoffe, du fickst besser als du parkst.

In einigen Stadtteilen Hannovers — insbesondere im von Alternativtümlern sozial totalzerstörten Linden und in der hochnotspießigen Südstadt — möchte ich weder mit einem Kinderwagen noch mit einem Rollator noch mit einem Rollstuhl unterwegs sein. Man kommt schon als Fußgänger nicht mehr durch und muss auf die Fahrbahn ausweichen. Schade, dass die Stadt Hannover ihr Geld lieber für eine Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 als für Politessen und Politöre ausgibt.

Viel Spaß mit den 12.000 Øre, die ihr Scheißer dafür kriegt, dass ihr euch ein Auto kauft, wisstschon, wegen der Unwelt und so. Ich warte seit Jahren auf meine 6.000 Øre, die ich dafür kriege, dass ich mir kein Auto zulege.

Haltet den Dieb

Unbekannte haben in Chemnitz eine mobile Toilette gestohlen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurde das Dixi-Klo zwischen dem 21. und 24. Mai von einer Baustelle entwendet. Nun suchen die Ermittler Zeugen, die in der Zeit im Umfeld der Baustelle einen Lkw oder Kleinlaster gesehen haben, auf dem eine blau-weiße Toilette mit der Aufschrift „Toi Toi“ verladen war. Der Wert des Diebesgutes wurde mit 600 Euro angegeben.

(Archivbedürfnisanstalt)

Die Frage, ob sich die Wertangabe sechshundert Euro auf das Klo mit Inhalt oder auf das Klo ohne Inhalt bezieht, wird in diesem DPA-journalistischen Kürzsttext der Gattung „abgeschriebene Polizeimeldung“ leider nicht deutlich.

via @benediktg5@twitter.com

Überfall im Wandschrank

Überfall im Wandschrank -- Die neue Dimension des Grauens -- Hinter Socken und Pullis lauert das Ungewisse

Der Filmversuch aus den Achtziger Jahren war wohl eher nicht so erfolgreich — wie viele vergleichbare Müllfilme aus den Achtzigern, an die heute niemand mehr denkt, wenn er mit den strahlenden Augen der Verklärung rückschaut und dabei ganz vergisst, wie unendlich dumm und geschmacklos die Populärkultur dieser Zeit war. Aber immerhin: Jeder dieser Filme war einfallsreicher und weniger schablonenhaft als die typische Story eines heutigen Disney-Films, dargeboten von einer Horde Schablonenschauspielern, die offenbar alle von der gleichen Schauspielschule kommen und ihren Beruf dort ganz ähnlich erlernt haben müssen wie der durchschnittliche Japaner die englische Sprache: Durch Auswendiglernen eines Wörterbuches von „A“ bis „Z“. Und dieses vernichtende Urteil gilt auch, wenn man im Hintergrund des zeitgenössischen Disney-Films den Imperialen Marsch hört. 🤮

Dass heute überhaupt noch jemand ins Kino geht…

Jederzeit zur Spielhalle

Reklame an einer Uhr im öffentlichen Blickraum: Spielhalle 50m Nordfelder Reihe

Diese Reklame am Klagesmarkt in der hannöverschen Nordstadt wirkt, als hätte sie jemand in den Siebziger Jahren aufgestellt und dann einfach vergessen. Bei einer Uhr ist an Anachronismus besonders absurd. Angesichts dieses Anblicks wären einige Menschen wohl überrascht, wenn die Spielhalle noch existierte — aber es gibt sie wohl noch und sie sieht fast so einladend aus wie die Reklame, die interessierte Spieler zu ihr locken soll. Nun gut, Geld muss ja auch irgendwo gewaschen werden.