Rotamint Super Bingo

Werbung für das NSM-Geldspielgerät 'Super Bingo' aus einer Fachzeitschrift für Automatenaufsteller des Jahres 1973

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Und nun ein kleiner Kartentrick…

Einfach nur großartig¹! Direktkartentrick

¹Ich bin mir sicher, dass Penn & Teller ziemlich genau zu sagen wüssten, wie er das gemacht hat, Javi Benitez aber einfach irgendwann noch einmal in ihrer Show haben wollten. Natürlich sind hier insgesamt 16 vermutlich sehr dünne Karten im Spiel, die jeweils als vier Karten präsentiert werden. Wenn man das weiß, kann man sogar manchmal wegen der ungeschickten Kameraführung sehen, dass jede „Karte“ mehrere Karten ist (insbesondere, wenn er die Karten aus dem Etui holt). Aber die Darbietung ist einfach nur großartig, und ich kann nicht einmal eine Andeutung davon erkennen, wie da andere Karten nach vorne manipuliert wurden (soll ich ja auch nicht sehen können), sondern nur hin und wieder eine dumpfe Ahnung entwickeln, wenn während der Präsentation die Reihenfolge der Karten geändert wird, mutmaßlich, um andere Kartenstapel bilden und als „neue“ Karte präsentieren zu können…

Ad astra: Zu den Würfeln!

Wulff-Geldspielgerät 'Astra' aus dem Jahr 1962

Was ich gemeint habe, als ich gestern etwas kryptisch von der klareren, in ihren dekorativen Elementen weniger erstickt wirkenden Formensprache der Sechziger Jahre schrieb? Zum Beispiel dieses „wunderschöne“ Geldspielgerät „Astra“ von Wulff (damals noch ohne Bally) aus dem Jahr 1962, dem es am Anfang der Sechziger durchaus gegönnt werden darf, in Gehäuseform und in seinen Messingteilen noch etwas Fünfziger zu atmen, aber dabei doch schon ein schlichteres und klareres Design zu haben. Nach Einwurf von 10 Pfennig (damals noch nicht Cent) rotierte der Zeiger dreimal und blieb stehen, die Punktzahlen wurden addiert, die Zwischensumme wurde auf dem Tableau über dem Zeiger leuchtend angezeigt, der Gewinn war direkt in diesem Tableau ablesbar. Ein Spiel, das sich auch einem völlig besoffenen Kneipengast sofort erschloss, ohne dass der Schummrigkeit der Lichverneinungsstube „Hau wech“ zum Trutze ein Blick in kleingedruckte Gewinnpläne geworfen werden musste, die irgendwo in einem Fünfziger-Jahre-Ekelbarock aus Holz, Messing, Formwillen und schreiender Geschmacklosigkeit nachzulesen waren. Selbst der Clown als wichtigstes dekoratives Element auf der Scheibe wirkt zwar etwas schrill, aber keineswegs scheußlich oder misslungen. Der letzte gruslige Hauch der Fünfziger ist hier — neben den schon erwähnten Messingelementen — dass irgendwo bei Wulff noch eine Tankladung goldener Farbe für die Hintergrundfarbe der Scheibe herumstand und gleich eingesetzt wurde.

Die Wulff-Geräte aus dieser Zeit sind zwar technisch etwas „verfrickelt“, aber alles in allem bemerkenswert robust und können durchaus noch heute funktionieren (wenn man mal davon absieht, dass etwas Mühe in die sich inzwischen auflösenden Rutschkupplungen gesteckt werden muss). Ein Spiel am Astra sieht so aus:

Wie es Menschen gelungen ist, die Geschmacklosigkeit der Fünfziger Jahre (die sich keineswegs nur im Design von Geldspielautomaten, sondern auch in Prilblumen, Plastikküchen, Nierentischen und Schwanenhalslampen zeigt) zu überleben, ohne psychische Schäden davonzutragen, ist mir ein Rätsel. Es ist mir allerdings auch ein Rätsel, wie ich selbst die pulsierende Hirnlosigkeit der Achtziger Jahre überstanden habe, ohne dem ständigen sozialen Druck in Richtung Dummheit nachzugeben oder mich aufzuhängen.

Neomat Duola

Das Geldspielgerät 'Neomat Duola' von Hoffmann aus dem Jahr 1959

Gruslig, gruslig war der Geschmack der Fünfziger Jahre — aber zwischen dem verspiegelten Glas, dem glänzenden Messing und der irregulären Scheibenform macht sich in den weißen und roten Streifen auf der Scheibe sowie in den Umrandungen der Ablesefenster schon eine kleine, sehr leise Ahnung der entstehenden, klareren, in ihren dekorativen Elementen weniger erstickt wirkenden Formensprache der Sechziger Jahrer breit.