Schnipp Schnapp

Werbung aus dem Jahr 1932 -- Tietz räumt auf -- Wir sind schon immer Schrittmachen auf dem Weg der Preissenkung gewesen. Aber im diesjährigen Inventur-Ausverkauf gilt es für uns: Alle Hoffnung auf radikale Verbilligung zu überbieten! Es ist enorm, was wir an der Ware verlieren. Doch die Zeit gebietet heute mehr denn je: Ware heraus, koste es was es wolle. Der Nutznießer sind Sie! Montag früh um 9 Uhr geht es los. -- Motiv ist ein gezeichnetes Männchen, dass mit einer großen Schere an einer Banknote zu zehn Reichsmark herumschnippselt. -- Und wieder heißt es: Tietz verbilligt die Lebenshaltung. -- Kleingeld genügt

Seit Menschengedenken erzählen Kaufleute und Drogendealer mit gut geübtem ehrlichen Gesichtsausdruck ihren Opfern, dass ihre Ware dermaßen verbilligt ist, dass sie selbst schon Verlust dabei machen, und die müde, vorbabylonische Nummer wird auch im Jahre 2019 noch gut genug funktionieren. Nur die in den letzten hundertdwölfzig Jahren dabei zur Illustration der Lüge abgebildeten Banknoten sehen ab und an mal etwas anders aus.

Es wird höchste Zeit, dass dieses ganze Pack wieder geächtet wird und feinere Anwesen nur durch die Hintertür betreten darf…

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Über 124c41

Gaga singt Dada aus der Statt der tausend Dröhne. Ein marginalisierter macht merglig kunst aus künstlich wohrten. Sieben schnabel überdruss.

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