Rheingold

Werbung für das NSM-Geldspielgerät Rotamint Rheingold aus dem Jahr 1963

Im Jahr 1963 hat sich NSM noch einen Hauch Fünfziger Jahre erlaubt, vor allem in der Gehäuseform und in den unsäglichlichen Messingteilen, aber die Scheibengestaltung ist schon klar in den Sechziger Jahren angekommen. Das Ergebnis ist durchaus interessant anzuschauen. Die Münzen im Hintergrund der Reklame mögen an eine Zeit erinnern, in der das Geld noch Kaufkraft hatte und einigermaßen hübsch aussah.

Was man auf dem Bild nicht sehen kann, ist der mehrtönige, außerordentlich laute Gong, der von diesem NSM-Groschenfresser bei Gewinnen ab sechzig Pfennig abgespielt wurde — und oft in den lichtlosen Bierdunstkammern „Hau wech“ als so störend bei der kollektiven Sedierung empfunden wurde, dass Wirte kurzerhand den Kasten aufschlossen und das Kabel zum Gong durchknipsten. Das Geräusch der Groschen, die heiter in die Schale prasselten, war ja auch vernehmbar genug. Leider habe ich bei einer quicken Suche auf YouTube keine Aufnahme des Gongs gefunden. Bei diesem Rotamint Bingo eines niederländischen Sammlers aus dem Jahr 1964, der ursprünglich den gleichen Gong verbaut hatte, war offenbar jemand so gnädig zu den Ohren seiner Mitwelt, den Krachmacher zu deaktivieren — und in späteren Typen wurde mutmaßlich auf Wunsch der Aufsteller von NSM eine eher leise Ding-Dong-Türklingel verbaut, die den Gewinn zwar akustisch anzeigte, aber nicht mehr den Eindruck erweckte, damit auch die Toten aufwecken zu wollen.

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