dAs killlehrspiel

dAs killlehrspiel
is pädoviel
kaut hAsch amm stihl
es hAut dich bLau
mAcht dich tßUhr sau
unnt phickkt mitt deiNärr fRauh

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unt daßß im nowemBähr

pfingsten fomm nAchtwÄchter – gRoß!

War jesus tot
stand wieder auf
und fuhr empor.

Der jünger träger haufen
blieb in der lauten stadt
und stellte zage fragen
in das träge nichts hinein.

So viel die augen tranken, —
drei fuße jahre wanderung
mit jetzt vermisstem ärgernis —
so wenig kam verstand zum kopf.

(Was will man auch erwarten:
von fischern und halunken
und ihrer schranken sicht?)

Heut kam die welt zum geiern feiern —
in die tummel rummel stadt,
empor zum glitzer geld gold tempel
zum gott des schlachtens und des kaufens —
da fehlte jenen lust zum singen jauchzen,
trüb und traurig war das brüten…

…da flog der himmel heiter auf.
Zungen bleckten feuer hui
sezten sich auf leere köpfe,
lehrten diesen haufen reden
die er selbst nicht recht verstand;
doch sprach der mund,
dnum stose seigam boget famen
und fremder zungen staune ohren
konnten hören und verstehen
was die angsten männer sprachen.
Man begann dem Gott zu danken
mit freigesang und ohne scheu
der keinen gleichschrit wirken wollte.
Das war die herrschaft Gottes
die den priester nicht mehr brauchte
noch der hohlen formeln sang.

Den lehrern mit den hohen hüten
und dem feingewirkt gewand
lag da nur eine deutung nahe:
besoffen sind sie allesamt,
die narren! Zur hölle! Der satan!

Die hölle hörte dieses helle rufen
und sandte, was dem kult gefiel:
Paulus formte steine kirche,
baute auf den geld gold knast
für gottes geist und jesus
(es fiel ihm leicht, er kannte jesus nicht) —
er nannte es erkenntnis licht und wahrheit.

Kurz war des himmels heiterkeit
und lang des gottesknast geschichte;
der gleichschritt tönt ins heut hinein,
den pfaffen ist das »pfingsten«.

Gold baumelt heillos jesus leiche
gebenedeit gebenedeit gebenedeit.

Doch Gott ist noch nicht tot,
schlief nur ein wenig ein
vom letzten wort zum sonntag.